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October 6, 2026

Mehrkosten bei Einlagen und Kompression: Warum die Kritik zu kurz greift

Mann im Anzug hebt den Zeigefinger vor einem Sanitätshaus-Schild

Kommentar von Winzer Gesunde Schuhe, Stand: Oktober 2026

Jedes Jahr veröffentlicht der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, seinen Bericht über Mehrkosten bei Hilfsmitteln. Und jedes Jahr ist der Tenor ähnlich: Zu viele Versicherte zahlen bei Einlagen und Kompressionsstrümpfen drauf, und die Betriebe, die diese Hilfsmittel anfertigen und anpassen, stehen dabei als Preistreiber da.

Wir sehen das anders. Auch wir finden Mehrkosten nicht gut, aber der Bericht blendet die eigentliche Ursache aus.

Was die Krankenkassen kritisieren

Laut dem 7. Mehrkostenbericht haben im Jahr 2024 rund 56 Prozent der Versicherten bei Einlagen und rund 33 Prozent bei Kompressionsstrümpfen eine Versorgung mit Mehrkosten gewählt. Im Schnitt lagen die Mehrkosten bei etwa 40 Euro für Einlagen und etwa 31 Euro für Kompression. Die Kassen bewerten den Anstieg als bedenklich. Daran hat auch der aktuelle Bericht vom Juli 2026 nichts geändert.

Was dabei untergeht: Laut GKV-Spitzenverband entscheiden sich über alle Hilfsmittel hinweg gut 80 Prozent der Versicherten für eine Versorgung ohne Mehrkosten. Die Betriebe bieten diese Versorgung also an. Mehrkosten entstehen dort, wo Versicherte sich bewusst für mehr entscheiden.

Der Festbetrag steht still, die Kosten nicht

Die Krankenkasse zahlt für Einlagen und Kompressionsstrümpfe einen festen Betrag. Die aktuell geltenden Festbeträge stammen vom April 2020. Seitdem sind Löhne gestiegen, auch durch mehrere Erhöhungen des Mindestlohns. Material, Energie und Mieten sind teurer geworden, und der Aufwand für Dokumentation und Nachweise ist eher gewachsen als gesunken.

Ab 2027 kommt noch etwas dazu: Das neue GKV-Spargesetz sieht für Versorgungen, die 2027 oder 2028 beginnen, einen Abschlag von drei Prozent auf die Vergütung vor.

Was das für die Versorgung bedeutet

Wer dauerhaft zum gleichen Festbetrag versorgen soll, während Löhne, Material und Energie teurer werden, muss irgendwo sparen: bei der Zeit für die Beratung, beim Material oder beim Service. Das ist keine Drohung, sondern einfache Rechnung.

Wir halten die vereinbarte Qualität ein. Aber der Spielraum darüber hinaus wird mit jedem Jahr kleiner. Genau diesen Zusammenhang lässt der Mehrkostenbericht aus, wenn er steigende Mehrkosten den Betrieben anlastet.

Mehrkosten sind eine Entscheidung, keine Pflicht

Viele unserer Kundinnen und Kunden wählen bewusst zusätzliche Optionen: dünnere Materialien, die in den Halbschuh passen, Einlagen für Sport oder Beruf, Kompressionsstrümpfe mit mehr Tragekomfort oder in Farben, die man gern zeigt. Den Unterschied zum Kassenbetrag zahlen sie selbst, weil sie den Nutzen für sich sehen.

Das ist Wahlfreiheit, kein Missstand. Ein Missstand wäre es, wenn Versicherte gar keine Wahl hätten. Die haben sie: Jede und jeder hat Anspruch auf eine Versorgung ohne Mehrkosten.

Was sich ändern müsste

Statt Mehrkosten pauschal als Problem der Betriebe darzustellen, sollten die Festbeträge regelmäßig an die tatsächlichen Kosten angepasst werden. Das sieht das Gesetz eigentlich auch vor. Und wer Mehrkosten bewerten will, sollte unterscheiden zwischen dem, was medizinisch nötig ist, und dem, was Versicherte zusätzlich möchten.

Eine faire Diskussion über Mehrkosten braucht beide Seiten am Tisch. Betriebe, die Tag für Tag versorgen, sind nicht das Problem. Sie sind Teil der Lösung.

Was das für Sie heißt

Bei Winzer Gesunde Schuhe in Waren (Müritz) zeigen wir Ihnen bei jeder Versorgung zuerst, was Ihre Krankenkasse übernimmt. Danach erklären wir, welche zusätzlichen Optionen es gibt und was sie kosten. Sie entscheiden, ohne Druck und mit allen Zahlen auf dem Tisch.

Kommen Sie einfach vorbei oder rufen Sie uns an.

Quellen: GKV-Spitzenverband, 7. Mehrkostenbericht Hilfsmittel; GKV-Spitzenverband, Pressemitteilung vom 27.07.2026 zum 8. Mehrkostenbericht; GKV-Spitzenverband, Festbeträge für Einlagen, gültig ab 01.04.2020; Orthopädieschuhtechnik, Ausgabe 08/2026.

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