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March 14, 2026

Welche Kompressionsklasse ist die richtige? Was Ihr Rezept Ihnen vielleicht nicht erklärt

Beine mit dunklen Kompressionsstrümpfen und blauen Slippern am Schreibtisch

Viele Menschen erleben nach dem ersten Arztbesuch dasselbe: Ein Rezept für Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 wird ausgestellt, das Sanitätshaus passt die Strümpfe an, und nach wenigen Wochen liegen sie in der Schublade. Nicht, weil die Strümpfe nicht helfen würden. Sie sind einfach zu schwer anzuziehen.

Das ist kein Einzelfall. Es gehört zu den häufigsten Problemen in der Kompressionstherapie, und in vielen Fällen wäre es vermeidbar.

Warum wird so häufig Klasse 2 verordnet, obwohl Klasse 1 oft reicht?

Klasse 2 ist bei den verordneten Kompressionsklassen am häufigsten vertreten, und das seit Jahren. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP) empfiehlt dagegen ausdrücklich, immer die niedrigste wirksame Klasse zu wählen, auch damit die Strümpfe tatsächlich getragen werden.

Bei Krampfadern ohne ausgeprägte Ödembildung kann Klasse 1 bereits ausreichen. Die Wahl der Klasse ist also nicht nur eine medizinische, sondern auch eine ganz praktische Entscheidung.

Die vier Kompressionsklassen: Wann passt welche?

Klasse 1 (18 bis 21 mmHg): leichter Druck, oft unterschätzt

Für einen großen Teil der Betroffenen reicht Klasse 1 vollkommen aus, und im Alltag lässt sie sich deutlich angenehmer tragen.

Geeignet bei: ersten Besenreißern und leichten Krampfadern ohne Schwellungsneigung, Schweregefühl und müden Beinen am Abend, Vorbeugung in der Schwangerschaft, langen Reisen und Berufen mit viel Stehen oder Sitzen.

Klasse 2 (23 bis 32 mmHg): mittlerer Druck, häufig verordnet

Klasse 2 ist die richtige Wahl, wenn Klasse 1 nicht mehr ausreicht, das Venenleiden also deutlicher ausgeprägt ist.

Geeignet bei: ausgeprägteren Krampfadern mit gelegentlicher Schwellung, Zustand nach einer Venenthrombose, oberflächlicher Venenentzündung (Phlebitis) und nach operativen Eingriffen an den Venen.

Der spürbare Unterschied: Das Anziehen kostet mehr Kraft und Geschick. Wer in der Beweglichkeit eingeschränkt ist, stößt hier schnell an Grenzen. Besprechen Sie die Klasse in diesem Fall mit dem Fachbetrieb, auch wenn das Rezept schon ausgestellt ist.

Klasse 3 (34 bis 46 mmHg): starker Druck bei schweren Erkrankungen

Geeignet bei: schwerer chronischer Veneninsuffizienz (CVI), ausgeprägten Lymphödemen, wiederkehrenden offenen Beinen (Ulcus cruris) und schwerem postthrombotischem Syndrom.

Klasse 3 braucht fast immer eine Anziehhilfe. Das Anziehen fühlt sich an, als würden Sie jeden Morgen ein sehr festes Gummiband über den Fuß ziehen.

Klasse 4 (über 49 mmHg): Sonderfall

Klasse 4 ist im Alltag selten und bleibt extremen Erkrankungen vorbehalten. Weil sie sich kaum anziehen lässt, wird wenn möglich eine Kombination aus zwei Strümpfen niedrigerer Klassen bevorzugt, etwa Klasse 1 und Klasse 2 übereinander. Die Wirkung entspricht dann Klasse 3 bis 4.

Ein Strumpf, den Sie tragen, hilft mehr als einer in der Schublade

Seit 2006 ist die starre Zuordnung einer Kompressionsklasse zu einem bestimmten Krankheitsbild in Deutschland aufgehoben. Die Klasse kann seither frei entschieden werden, auch mit Blick darauf, ob der Strumpf getragen wird.

Wenn Ihr Rezept Klasse 2 vorsieht, ist das also kein unabänderliches Urteil. Kämpfen Sie morgens regelmäßig damit, die Strümpfe überhaupt anzuziehen, sollte etwas angepasst werden.

Ihr nächster Schritt

Bei Winzer Gesunde Schuhe in Waren (Müritz) beraten wir Sie zu allen Kompressionsklassen, Modellen und Anziehhilfen und dazu, welche Klasse zu Ihren Beschwerden passt. Wir messen professionell an und suchen gemeinsam mit Ihnen den Strumpf, den Sie nicht nur haben, sondern auch tragen.

Kommen Sie einfach vorbei oder rufen Sie uns an.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Die Wahl der Kompressionsklasse sollte immer in Absprache mit Ihrem Arzt und einem Fachbetrieb für Orthopädieschuhtechnik erfolgen.

Häufige Fragen

Welche Kompressionsklasse ist die häufigste?

Klasse 2 wird in Deutschland am häufigsten verordnet. Das heißt nicht, dass sie immer die richtige ist. Bei leichten Venenleiden kann Klasse 1 ausreichen und trägt sich deutlich angenehmer.

Kann ich mit Klasse 1 auch Krampfadern behandeln?

Ja. Bei leichten bis mittleren Krampfadern ohne Schwellungsneigung ist Klasse 1 laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie ausdrücklich empfohlen. Der Tragekomfort ist dabei deutlich besser.

Warum sind Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 so schwer anzuziehen?

Je höher die Klasse, desto fester ist das Gestrick und desto mehr Kraft braucht das Anziehen. Wer Rückenprobleme oder Arthrose hat oder älter ist, stößt bei Klasse 2 schnell an Grenzen. In diesen Fällen kann Klasse 1 die alltagstauglichere Wahl sein.

Darf mein Arzt Klasse 1 verschreiben?

Ja, alle vier Kompressionsklassen sind in Deutschland verordnungsfähig. Seit 2006 gibt es keine starre Zuweisung mehr. Ihr Arzt kann die Klasse frei wählen, am besten in Absprache mit dem Fachbetrieb, der die Strümpfe anpasst.

Übernimmt die Krankenkasse auch Klasse 1?

Ja. Medizinische Kompressionsstrümpfe aller Klassen sind bei ärztlicher Verordnung kassenerstattungsfähig, in der Regel ein Paar pro Halbjahr.

Wie merke ich, dass meine Kompressionsklasse zu hoch ist?

Wenn Sie die Strümpfe regelmäßig nicht anziehen, weil es zu mühsam ist, wenn sie einschnüren oder Sie ständig mit dem Anziehen kämpfen, ist das ein deutliches Zeichen. Lassen Sie sich neu beraten.

Wo kann ich mich in Waren (Müritz) zu Kompressionsstrümpfen beraten lassen?

Bei Winzer Gesunde Schuhe in Waren. Wir sind Meisterbetrieb für Orthopädieschuhtechnik und beraten Sie persönlich zur richtigen Kompressionsklasse, zur Passform und zu Anziehhilfen.

Persönliche Beratung in Waren (Müritz)

Sie haben Fragen zu Ihren Beschwerden oder Ihrem Rezept? Wir nehmen uns Zeit für Sie.